UTAT - Ultra Trail Atlas Toubkal

...oder 42 Kilometer Abenteuer im Atlas-Gebirge

Auf ein Abenteuer der besonderen Art hatten Carsten Brake und ich uns mit dem Marathonlauf im Rahmen des Ulta Trail Atlas Toubkal im Marrokanischen Atlasgebirge eingelassen. 2.600 Höhenmeter auf anspruchvollsten alpinen Mulipfaden waren zu bewältigen. Als wäre das nicht schon genug, startete das Rennen schon auf einer Höhe von ca. 2600 m ü. NN und führte uns mehrfach auf eine Höhe von weit über 3.000m. Nach ca. 3 Monaten mehr oder weniger regelmäßigen Trainings ging es mit dem Flieger Sonntag abends nach Marrakech, Marokko. Ein Tag voller Eindrücke und Kulturschocks folgte in den Souks der Stadt. Dienstag trafen wir uns mit unseren Mitläufern am Flughafen, um mit dem Shuttlebus in unser Camp ins Atlasgebirge gebracht zu werden. Größer hätte der Kontrast zwischen totalem Gewusel in Marrakech und absoluter Ruhe und Gelassenheit in atemberaubender Natur nicht sein können. Unser Pflichtgepäck für den Lauf wurde sofort gewissenhaft überprüft. Der Mittwoch wurde zur Aklimatisierung genutzt. Nach einer schlaflosen Nacht in unserem Zelt ging es am Donnerstag um 6 Uhr im Dunkeln gemeinsam mit den 105km-Ultraläufern auf die Strecke. Bis zum Sonnenaufgang liefen wir auf ehr einfachen Pisten auf ca. 3.100m. Die dünne Luft machte sich durchaus bemerkbar. Fast 1.200 Höhenmeter tiefer und nach ca. 20 Kilometern wartete der erste Verpflegungspunkt auf uns. Nun begann das Rennen eigentlich erst. Auf 8 Kilometern zog sich der Trail mit 1.200 Höhenmeter ewig bergauf. Die überwältigende Natur lenkte uns zum Glück etwas von den Strapazen ab. Endlich auf dem höchsten Punkt angekommen, blies der Sturm uns fast vom Gipfel. Also: möglichst schnell wieder runter! Der zweite Verpflegungspunkt bei Km 33 lag mitten in einem Berberdorf. Das war Gänsehaut pur, durch die engen Gassen mit Blicken in die ursprüngliche Lebensweise zu laufen. Was jetzt folgte, zog mir den Zahn. "Nur" 600 Höhenmeter waren noch übrig. Im Training tausend Mal gelaufen. Der Trail war sehr anspruchsvoll zu Laufen, z. T. musste geklettert werden. Der ständige Blick auf den Höhenmesser machte es nicht besser. Es nahm einfach kein Ende! Mit letzter Kraft lief ich über das Ding...! Auch die letzten Kilometer bis ins Ziel zogen sich wie Kaugummi. Doch irgendwann kam endlich das Camp in den Blick und damit auch die Gewissheit, es fast geschafft zu haben. Im Ziel wartete schon Carsten, der das letzte Stück etwas schneller gelaufen war. Der Zieleinlauf unter marrokanischen Flaggen war nochmal ein Highlight.
Der Freitag wurde zum relaxen und Wunden lecken genutzt. Samstag morgens dann der Rücktransport mit dem Bus nach Marrakech und noch einige Stunden den Orient geniessen. Mit allen Sinnen...und Sonntags der Flug zurück in die Heimat.
Der nächste Kulturschock: Montag früh morgens auf der A40 beim Rückweg ins Sauerland... Wo bin ich hier eigentlich???

Fazit: "The real spirit of trailrunning"! Ein absolutes Erlebnis und ein Abenteuer, gerade mal 4 Flugstunden von zu Hause entfernt! Ursprünglichkeit und weit weg vom Massenhype vieler "Agenturveranstaltungen" in Deutschland! Ich brauche halt kein "Highway to Hell-Gedröhne" am Start!!!